Vakuumevaporation

Anwendungsübersicht Vakuumevaporation

Vakuum-Konzentratoren nutzen die Kombination aus Wärme, Vakuum und Zentrifugalkraft für die Verdampfung flüssiger Proben. Das Verfahren dient der Eindampfung, Trocknung, Reinigung und besonders schnellen Aufkonzentration. Das Prinzip nutzt aus, das die Probe bei Raumtemperatur und einem Druck von wenigen hPa siedet, ohne eingefroren zu werden. Durch das künstliche Schwerefeld der Rotation wird zum Einen der Siedeverzug vermieden und zum Anderen der Flüssigkeitsspiegel im Röhrchen verändert. Somit wird die Verdampfungsoberfläche vergrößert. Die zugeführte Wärme führt zu einer Steigerung der Verdampfungsgeschwindigkeit. Die Probe wird dennoch unter Vakuum thermisch nicht belastet.

  • Die Rotations-Vakuum-Konzentration RVC ist eine Alternative zu folgenden Verfahren:

    • Destillationsanlagen und Rotationsverdampfer nutzen hohe Temperaturen zur Eindampfung und arbeiten nahezu bei Normaldruck bzw. Vakuum bis ca. 100 mbar.
    • Gefriertrocknungsanlagen arbeiten bei sehr niedrigen Temperaturen und schärferem Vakuum bis < 0.01 mbar. Die Sublimation schont die Probe, ist aber zeitaufwändig, überdies sind nicht alle Lösemittel zur Gefriertrocknung geeignet.

  • Die Rotations-Vakuum-Konzentration lässt sich zwischen die  beiden genannten Verfahren einordnen. Quasi als „Nachtrocknung“ kann durch geeignete Parameterwahl auch aus dem dann gefrorenen Produkt absublimiert werden
  • Der Siedepunkt ist eine produktspezifische Größe für die Flüssigverdampfung und hängt vom äußeren Druck ab. Mit Hilfe des reduzierten Druckes wird der Siedepunkt des Lösemittels drastisch reduziert und in Folge dessen auch die thermische Belastung


Die Rotations-Vakuum-Konzentration ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet

  • Kein Aufschäumen der Proben, minimaler Verlust
  • Zahlreiche Proben können gleichzeitig getrocknet werden
  • Aufkonzentrierung der Proben an Gefäßboden oder -wandung (anders als bei Vortex-Schüttlern), besonders vorteilhaft bei kleinen Volumina bzw. dünnen Lösungen
  • Geeignet zur Trocknung von wässrigen und hoch lösemittelhaltigen Proben
  • Für Volumina kleiner 1 ml bis zu 3 Liter
  • Reproduzierbare Trocknungsprozesse durch geregelte Prozessparameter wie Rotortemperatur  (Energieeintrag für Verdampfung)  und Vakuum (bis hin zur automatischen Einregelung des optimalen Betriebsdruckes – je nach Ausstattung der Pumpe)
  • Trocknungsende über die Messung der Probentemperatur und/oder des Druckanstiegs abschätzbar
  • Einfache und sichere Lösemittel-Rückgewinnung

 
Anwendungsübersicht

  • DNA/RNA-Aufreinigung (Lösemittel hauptsächlich Wasser, Ethanol, Methanol)
  • Oligo-Synthese, Peptide
  • PCR (Polymerase Kettenreaktion)
  • HPLC (Lösemittel hauptsächlich Wasser/Acetonitril)
  • Naturstoffisolierung/-synthese
  • Lagerung und Handhabung von Substanzen (Substanzbibliotheken)
  • Kombinatorische Chemie, High-Throughput-Screening (HTS)
  • Lebensmittel-/ Umweltanalytik
  • Toxikologie, Forensik
  • Standard-Evaporation im Labor durch hohes Fassungsvermögen und automatischen, programmierbaren Prozess
1.Analytische Anwendungen
Applikation/BrancheAnwendungSubstanzen
Toxikologie/ Forensik/ MedizinRückstandsanalytik Amphetamine, Narkotika, Drogen, Antibiotika, Alkohole, andere Chemikalien

Umwelt

Rückstandsanalytik:

  • Wasser
  • Abwasser
  • Boden,Sediment
Polychlorierte Biphenyle (PCB), Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH), Dioxine
Lebensmittel & Agra
  • Rückstandsanalytik
  • Qualitätskontrolle
  • Reinheitskontrolle
Endprodukt, HPLC-Fraktionen, Aromen
Biotechnology & PharmaProbenaufbereitung/-konzentration: ein Schritt vor oder nach HPLC

Acetonitril, Ethanol, Methanol, Wasser
2.Molekularbiologische Anwendungen / Life Sciences
Applikation/BrancheAnwendungSubstanzen
Biotechnology, Pharma, Medizin
  • Aufkonzentration von Endprodukt nach Isolierung oder Reinigung
  • Entfernung von Lösemitteln für weitere Prozessschritte, z. B. Gel-Elektrophorese, SPE (Solid Phase Extraction), HPLC, PCR
Proteine, Peptide, Oligonukleotide, DNA/RNA